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Allerseelen – am 2. November gedenken wir der Verstorbenen

Allerseelen erfreut sich wohl weitaus weniger Bekanntheit als Weihnachten oder Ostern – und doch ist es ein wichtiger Gedenktag. Aber was wird an diesem Tag eigentlich genau gemacht?

Jedes Jahr am 2. November gedenken die Gläubigen der katholischen Kirche ihrer Verstorbenen – in commemoratione omnium fidelium defunctorum (im Gedenken an die verstorbenen Gläubigen), so heißt es in der Liturgie. Allerseelen ist zwar kein gesetzlicher Feiertag, aber es ist dennoch ein sogenanntes Fest I. Klasse, das den Hochfesten – wichtigen Festtagen wie Weihnachten, Pfingsten, Ostern oder Christi Himmelfahrt – gleichgestellt ist. Doch wo hat dieser Gedenktag seinen Ursprung, wie wird Allerseelen begangen und welche Bedeutung hat der Tag in unserer heutigen Zeit?

Was ist Allerseelen?

Zu Allerseelen wird der Verstorbenen gedacht. Dafür finden Messen statt, man geht auf den Friedhof und besucht die Gräber geliebter Menschen. Man betet dafür, dass die toten Seelen das Fegefeuer sicher durchqueren und Einlass in das ewige Leben erhalten mögen. Außerdem können die Hinterbliebenen ihren Verstorbenen den Weg durch das Fegefeuer erleichtern und sie unterstützen, indem sie Ablass leisten. Durch den Ablass können zeitliche Sündenstrafen abgegolten werden, teilweise oder vollkommen. Während der erlangte Ablass nicht an Lebende übertragen werden kann, kann er jedoch an Verstorbene weitergegeben werden. Um Ablass zu gewinnen, muss man an Allerseelen unter anderem die Beichte ablegen, sich von sündigem Handeln abkehren, eine Messe besuchen, das Vater Unser beten, den Glauben bekennen, auf den Friedhof gehen und für die Verstorbenen Fürbitte halten.

Allerseelen – der Ursprung des Gedenktages

Im Jahr 998 erließ Abt Odilo von Cluny, einer französischen Benediktinerabtei, ein Dekret, in dem festgelegt wurde, dass am 2. November, dem Tag nach Allerheiligen, alle von Cluny abhängigen Klöster an die Verstorbenen gedenken sollen. Dies sollten Sie durch Fasten, Almosen und Messen tun. Schnell griff man den Gedenktag Allerseelen auch außerhalb der Klostermauern auf. Als verbindlicher Gedenktag für die gesamte katholische Kirche ernannte ihn allerdings erst Papst Benedikt XV. im Jahr 1915.

Allerseelen – Bedeutung damals und heute

Zu Allerseelen wird nicht nur der Verstorbenen gedacht, sondern die Gräber werden auch gesegnet und man kann den toten Seelen beim Weg in den Himmel beistehen.

Im Volksglauben stiegen an Allerseelen die Seelen der Verstorbenen aus dem Fegefeuer auf. Im Fegefeuer (lat. purgatorium) halten sich nach dem katholischen Glauben alle Seelen auf, die das irdische Leben verlassen haben, also verstorben sind, deren Herz aber noch nicht bereit ist, um in den Himmel einzuziehen. Das Fegefeuer hat also nichts mit der Hölle zu tun, sondern ist eher eine Art Zwischenstation auf dem Weg in den Himmel. Hier wird die Seele von ihrer Schuld und allem Unreinen gereinigt. Der Gedanke eines Fegefeuers oder auch Fegfeuers geht auf die Bibelverse 13–15 im 1. Buch an die Korinther Kapitel 3 zurück. Darin wird die Prüfung eines jeden durch ein Feuer erläutert. Durch ihre Gebete und Almosen können die Hinterbliebenen die toten Seelen also beim Erreichen des ewigen Lebens unterstützen.

Liturgische Besonderheiten an Allerseelen

Allerseelen gehört zu den Gedenktagen der katholischen Kirche, die Messe an diesem Tag folgt einer eigenen Liturgie: So wird beispielsweise das Gloria nicht gesungen und das Halleluja durch einen Tractus, einen Psalmgesang, ersetzt. Die liturgische Farbe an diesem Tag ist Violett, es kann jedoch auch Schwarz verwendet werden. Violett steht für die Besinnung, sowie für Umkehr und Buße. Sie ist auch die liturgische Farbe von Beerdigungen. Alternativ kann Schwarz als liturgische Farbe von Allerseelen gewählt werden, im europäischen Verständnis die Farbe der Trauer. Vielerorts hat man Schwarz jedoch durch Violett ersetzt und erst in den letzten Jahren greift man auf Schwarz als liturgische Farbe für Beerdigungen oder auch für Allerseelen zurück.

Symbolik und Brauchtum von Allerseelen

  • Kerze: Auf die Gräber der Verstorbenen platziert man Grabkerzen oder lichter, die den Seelen der Toten leuchten bzw. die Erinnerung an den Verstorbenen verdeutlichen sollen. Es ist ein Symbol des Ewigen Lichts und wird auch als „Seelenlicht“ bezeichnet.
  • Immergrüne Zweige: Die Farbe Grün symbolisiert im Allgemeinen die Hoffnung. Außerdem sollen die immergrünen Pflanzen die Treue der Hinterbliebenen ausdrücken. So ist die Abdeckung der Gräber mit Zweigen nicht nur ein guter Schutz gegen die nahenden kalten Wintertage, sondern vor allem ein Ausdruck von Hoffnung auf Auferstehung und Treue.
  • Allerseelenbrote: Diese Brote oder Zöpfe sind sogenannte Gebildebrote – zumeist ein Hefegebäck, das an bestimmten Feiertagen bzw. zu besonderen Anlässen gebacken wird. Die Allerseelenbrote sind vor allem in Süddeutschland und Österreich verbreitet. Diese reicht man den toten Seelen dar und legt sie ihnen ans Grab oder an spezielle Plätze.
  • Gräbersegnung: Am 1. oder auch am 2. November werden die Gräber der Verstorbenen vom Priester gesegnet.

Der Unterschied zwischen Allerheiligen und Allerseelen

Ganz bewusst wurde der 2. November als Gedenktag an die verstorbenen Mitmenschen gewählt, denn ihm geht der Gedenktag an die Heiligen voraus. So wird am 1. November Allerheiligen gefeiert, ein gesetzlicher Feiertag in katholischen Gegenden, und am 2. November Allerseelen, kein gesetzlicher Feiertag.

Bereits im 4. Jahrhundert gedachte man in der orthodoxen Kirche an bestimmten Festtagen den Heiligen. Mit Allerheiligen legte man einen Tag fest, an dem aller Heiligen bzw. Märtyrer gedacht werden sollte, auch denen, die bis dahin keinen eigenen Gedenktag hatten. Papst Gregor III. machte Allerheiligen (lat. Festum Omnium Sanctorum) im 8. Jahrhundert zu einem festen Bestandteil des Kirchenjahres in der westlichen Kirche. Um dann auch aller übrigen Toten zu gedenken, wurde Allerseelen eingeführt. Da der 1. November ein gesetzlicher Feiertag ist, gehen viele Gläubige bereits an diesem Tag an die Gräber ihrer Verstorbenen, um zu beten, Lichter aufzustellen oder grüne Zweige niederzulegen. Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Gedenktagen ist, dass zu Allerheiligen ein Tanzverbot herrscht, da es ein sogenannter „stiller Tag“ ist, zu Allerseelen jedoch nicht.

In vielen anderen Kulturen wurde bzw. wird Ende Oktober/Anfang November ebenso den Verstorbenen gedacht:

Die Kelten feierten am 1. November das Totenfest Samhain, in Mexiko wird der Día de los Muertos (Tag der Toten) vom 31. Oktober bis 2. November begangen. Es ist die Zeit, wenn die Bäume ihr Laub verlieren, die Felder brach liegen und die Tage immer kürzer werden. Die Natur führt uns die Vergänglichkeit unseres Lebens vor Augen und unsere Gedanken wandern zu denjenigen, die bereits von uns gegangen sind. Sich an diese Menschen zu erinnern, kann uns aber nicht nur traurig machen. So manche Erinnerung kann uns auch ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Und ist es nicht auch eine Auszeichnung für die Toten, wenn es da noch Menschen auf der Erde gibt, die an sie denken, denen sie fehlen, die sich für sie ein erfülltes Leben nach dem Tod erhoffen und wünschen, und dass die toten Seelen zur Ruhe kommen? Zu Allerseelen hat man dazu Gelegenheit.

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