Online-Magazin
Aus der Welt der Esoterik

Das Zauberwald Tarot

Zauberwald
Zauberwald
Stellen Sie sich einen Wald vor, wie Sie ihn aus Märchen kennen: geheimnisvoll und vielleicht auch verzaubert. Er steckt voller Fabelwesen und fantastischer Tiere. So lässt sich das „Zauberwald Tarot“ („Tarot of the Magical Forest“) kurz beschreiben.

Das Tarot wurde von Hsu Chi Chun erdacht und von Leo Tang künstlerisch umgesetzt. In China wurde dieses Tarotdeck 2005 publiziert und in Europa 2008 von Lo Scarabeo und Königsfurt-Urania.

Das Zauberwald Tarot - Deutung und Legemethode

Die Anzahl an Tarotdecks ist mittlerweile nahezu unüberschaubar, viele Kartendecks werden irgendwann zu Liebhaber- oder Sammlerstücken. Zu den meisten gibt es kein Buch. Auch beim „Zauberwald Tarot“ dient als Lektüre lediglich das den Karten beiliegende Booklet. Dieses ist sehr gehaltvoll, denn es enthält nicht nur Stichpunkte zu jeder einzelnen Karte, die dem Tarotkundigen neue Perspektiven und Ideen liefern: Es stellt außerdem eine neue und interessante Legemethode vor, die sich „Das Orakel des Waldes“ nennt und speziell auf das „Zauberwald Tarot“ abgestimmt ist.

Des Weiteren erörtert das Booklet die individuellen Botschaften der Tiere. Diese sind nämlich ein Kernthema im „Zauberwald Tarot“. Damit sind wir bei einem wesentlichen Unterschied zu anderen Decks angelangt: Zwar ähnelt das „Zauberwald Tarot“ in puncto Darstellungen und Symbole stark dem weitverbreiteten Rider-Waite-Tarot, allerdings thematisiert es gleichzeitig die psychologischen und archetypischen Bedeutungen bestimmter Tiere. So sind auf den Karten ausschließlich fantastische, animalische Wesen.

Selbst wenn es auf den ersten Blick den zahlreichen „Klonen“ des Rider-Waite-Decks ähnelt, hat dieses Deck seine eigenen Regeln, die zudem ein Stück weit für die Bedeutungen der Karten gelten. So geht das „Zauberwald Tarot“ davon aus, dass jedes Wesen im Zauberwald seine besonderen Begabungen besitzt, die genutzt werden sollten. Dementsprechend werden jedem Tier besondere Aufgaben zugewiesen, die es bei der Karteninterpretation zu berücksichtigen gilt. So dreht es sich bei den Abbildungen auf den Karten der Großen Arkana gemäß Booklet uneingeschränkt um „sprechende Tiere“, die Weisheiten vermitteln.

Äußerst deutlich tritt die Bedeutung der einzelnen Tiere bei den Karten der Kleinen Arkana hervor. Zwar sind die Karten hier ebenfalls mit einem der vier bekannten Symbole (Feuer, Wasser, Luft und Erde) versehen, anders ist, dass sie „Tierfamilien“ bilden. Das heißt, dass die Stabkarten mit dem Element Feuer der Familie der Frösche entsprechen, die Kelchkarten mit dem Element Wasser der Familie der Kaninchen, die Schwertkarten mit dem Element Luft der Familie der Katzen und die Münzkarten mit dem Element Erde der Familie der Füchse.

Im „Zauberwald Tarot“ gelten die Frösche als die fantasievollsten und kreativsten Geschöpfe, die die Geheimnisse des Lebens kennen und die Samen zum Keimen und Pfanzen zum Wachsen bringen. Bei den Kaninchen handelt es sich um sehr empfindsame und zarte Tiere, deren Aufgabe es ist, in der Fabelwelt des Zauberwaldes für das allgemeine Wohlbefinden und für Frieden zu sorgen. Zwar gelten Kaninchen manchmal als etwas naiv, doch werden sie für ihre Friedfertigkeit und auch für ihre – so das Booklet – rituellen Trinksprüche geschätzt, von denen gesagt wird, dass sie Balsam für die Seele sein können. Den Katzen wird ein scharfer Intellekt und eine ausgeprägte Beobachtungsgabe bescheinigt. Im „Zauberwald Tarot“ haben sie deshalb die Aufgabe, die Gesetze der Natur zu kennen und jenes Wissen, das sie von den anderen Bewohnern des Zauberwaldes erworben haben, weiterzugeben. Die Füchse werden als gerissen und raffiniert sowie als verschlagen und gefährlich angesehen. Im „Zauberwald Tarot“ wird ihre Cleverness geschätzt. Ihnen wird dort außerdem eine praktische Veranlagung nachgesagt.

Bedeutung der "Eule" im Zauberwald Tarot

Sehen wir uns zuerst eine Karte aus der Reihe der Großen Arkana an: „Die Hohepriesterin“ wird durch eine Eule dargestellt. Sie trägt einen weißen Umhang, auf dem Kopf eine Krone und um den Hals eine Kette mit Kreuz. Mit ihrem linken Flügel hält sie ein Buch. Die Mondsichel, die sich links vor ihr befindet, deutet intuitives Wissen an. Sie scheint darüber hinaus zwischen Säulen eines Tempels zu sitzen. Von jeher wurde die Eule als Hüterin der Weisheit und des (intuitiven) Wissens betrachtet.
Zauberwald
Zauberwald
Einerseits ist die Eule ein Symbol für Intelligenz und Bildung. Andererseits zählt die Eule zu jenen Tieren, die der Mensch nur selten zu Gesicht bekommt. Sie ist nachtaktiv. Ihre Fähigkeit, im Dunkeln zu sehen, ist sehr ausgeprägt und uns Menschen fremd. Ihr Flug ist so gut wie lautlos, ihre nächtlichen Schreie aus der Finsternis können einem allerdings Schauer über den Rücken jagen. Vermutlich sind es diese herausragenden Fähigkeiten, die die Eule zu einem Sinnbild für (verborgene) Weisheit und Intuition hat werden lassen.

Auch im „Zauberwald Tarot“ ist die Eule, die hier den Platz der Hohepriesterin einnimmt, die Hüterin des Wissens. Sie ist diejenige, die alle Bücher des Waldes gelesen und gesammelt hat und die zahlreiche Rätsel des Waldes im Verborgenen hält.

Wird diese Karte gezogen, dann geht es darum, eine unauffällige und stille Position einzunehmen. Es gilt, sich auf sein Wissen zu berufen. Gemeint ist hiermit jedoch nicht unbedingt das Schul- und Bücherwissen, sondern eher die innere Weisheit, die jeder in sich trägt. Die Schwierigkeit besteht nicht darin, sie zu „erlernen“, sondern vielmehr sie zu entdecken. Erscheint diese Karte in einer Legung als Ratschlag, dann darf sich der Fragesteller der Welt des Irrati onalen öffnen. Er sollte ebenfalls der eigenen inneren Stimme vertrauen, sich von ihr leiten lassen und stets darauf achten, nichts zu überstürzen. Dies bezieht sich auf alle Arten von Anliegen, also für Fragen zum Thema Liebe und Partnerschaft sowie zum Thema Beruf und Karriere. Der Ratsuchende ist aufgefordert, abzuwarten und auf die Zeichen der Zeit achtzugeben. Handeln ist jetzt nicht gefragt, Geduld dafür umso mehr. Gleichzeitig kann diese Karte ein Hinweis darauf sein, dass die Antworten auf seine Fragen in ihm selbst liegen.

Die Karte "Kaninchen" richtig deuten

Wie in vielen Tarotdecks, die es mittlerweile gibt, verkörpert die „Zwei der Kelche“ meist eine liebevolle Begegnung sowie das Überwinden von Gegensätzen. Im „Zauberwald Tarot“ sind auf der Karte zwei weiße Kaninchen zu sehen, die einander gegenüberstehen und sich dabei ansehen. Ihre Augen sind (wie übrigens auf jeder Karte) überproportional groß, was sich an den Manga-Comic-Stil anlehnt. Jedes Kaninchen hält einen goldenen Kelch in einer Pfote. Im Hintergrund befindet sich – wie auch im legendären Deck von Arthur Edward Waite und dessen zahlreichen Imitaten – ein geflügeltes Wesen mit Tierkopf; die Schwingen gleichen Engelsflügeln.

Generell meint diese Karte Begegnungen und Zusammenkünfte, ob privat oder beruflich. Im „Zauberwald Tarot“ hat sie eine zusätzliche Facette. Hier wird nämlich gleichfalls darauf hingewiesen, dass es bei der Begegnung zwischen dem männlichen und weiblichen Prinzip zu Widersprüchen oder Hindernissen kommen kann. Es dreht sich darum, dass sich Gegensätze nicht immer anziehen müssen, sondern mitunter Spannungen, Reibereien oder Abstoßungen verursachen können.

Erscheint die „Zwei der Kelche“ also in einer Legung, dann weicht sie von der traditionellen Interpretation ab: In Fragen zu Liebe und Beziehung kann nicht nur Eintracht oder Konfrontation angezeigt werden. Eventuell müssen erst Hindernisse und Widersprüche überwunden werden, um Harmonie zu erreichen. Ähnlich verhält es sich bei beruflichen Fragen, bei denen diese Karte Uneinigkeit, vielleicht sogar Differenzen veranschaulicht. Der Hilfesuchende sollte Kompromisse ein- und auf sein Gegenüber zugehen, um mit ihm einen Konsens zu finden.

Der "Frosch" und seine Bedeutung im Zauberwald tarot

Auf der „Fünf der Stäbe“ sind fünf Frösche zu sehen, von denen jeder einen roten Umhang trägt und einen Stab hält. Für die einen Betrachter scheinen sie miteinander zu ringen, zu kämpfen, zu wetteifern; für die anderen Betrachter scheinen sie mithilfe der Stäbe ein Pentagramm zu bilden. Der Blick jedes Frosches ist jedenfalls fest auf seinen Stab gerichtet.

Ähnlich der traditionellen Überlieferung hat die „Fünf der Stäbe“ im „Zauberwald Tarot“ auch mit Kräfteeinsatz und Wettbewerb zu tun. Dass das lohnenswert ist, Spaß machen kann und der persönlichen Weiterentwicklung dient, offenbaren die Folgekarte „Sechs der Stäbe“, bei der es ums Thema Sieg geht, und die Zahl Fünf in Verbindung mit dem Feuerelement: Während die Stäbe alles meinen, was Entwicklungspotenzial hat und um Gestaltung ringt, steht die Fünf aus zahlenmystischer Sicht für eine Zahl der Herausforderungen, an denen man reifen kann. „Ernst“ wird es dann erst bei der „Sieben der Stäbe“, die besagt, dass die Konkurrenz nicht schläft und dass der Fragende sogar gefordert sein kann, sich gegen Angriffe zu verteidigen.
Zauberwald
Zauberwald
Wird die „Fünf der Stäbe“ aus dem „Zauberwald Tarot“ also gezogen, kann sie Einsatz symbolisieren, der sich lohnt und letztendlich Genugtuung zur Folge hat. In einer Legung, in der nach zwischenmenschlichen Beziehungen gefragt wird, deutet diese Karte manchmal darauf hin, dass der Fragesteller sich engagieren sollte – wenn nötig, muss er sich beweisen. Bei einer noch sehr jungen Bekanntschaft kann es sich mit der „Fünf der Stäbe“ also schlichtweg um eine Eroberung handeln, mit der der Ratsuchende getrost spielerisch, also (noch) nicht allzu ernst, umgehen darf. Innerhalb einer bestehenden Beziehung kann diese Karte ein Fingerzeig dafür sein, dass erst einige Probleme zu lösen sind und möglicherweise zunächst eine Kraftprobe zu meistern ist, damit Harmonie erreicht wird.

Die „Fünf der Stäbe“ versinnbildlicht also das, was häufig salopp als „Zusammenraufen“ bezeichnet wird: Wenn nämlich beide Partner bereit sind, sich der Herausforderung zu stellen, und sich aktiv um die Lösung von Problemen bemühen, dann sind die Chancen in puncto erfüllte Zweierbeziehung gut.

Ähnliches kündigt diese Karte an, wenn es sich um Job- und Karrierefragen dreht. So taucht die „Fünf der Stäbe“ zum Beispiel sehr häufig in Legungen auf, in denen es um Bewerbungen geht: Sie beschreibt, dass der Hilfesuchende sein Können demonstrieren sollte und vielleicht auch hartnäckige Mitbewerber hat. Ein positives Ergebnis beziehungsweise eine Zusage offenbart die Karte nicht. Dafür verspricht sie, dass die betreffende Person an den Wagnissen und Herausforderungen, denen sie sich stellt, wächst. Darüber hinaus kann die „Fünf der Stäbe“ darauf verweisen, dass sie in ihrem bisherigen Beruf vollen Einsatz bringt oder Kampfgeist entwickelt. Eventuell ist das nötig, um eigene Ideen durchzusetzen oder um Kompetenz zu beweisen.

 

Als Fazit können wir also festhalten: Beim „Zauberwald Tarot“ handelt es sich um eines der unzähligen „Klone“ des Rider-Waite-Decks. Deshalb mag sich so mancher Tarotkenner von einem weiteren Imitat nicht mehr sonderlich beeindrucken lassen. Doch wer gern mit den altbewährten Symbolen und Bildern arbeitet, gleichzeitig aber eine neue und originelle bildliche Abwechslung sucht und vielleicht auch noch ein Freund fantastischer Tiergestalten ist, hat am „Zauberwald Tarot“ sicherlich große Freude.

Login für Kunden  |  Registrierung für Neukunden  |  Neu bei viversum?  |    |  Meine Beratungen
Hier finden Sie eine Liste Ihrer zuletzt besuchten Beraterprofile.