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Jnana Yoga – der Weg des Wissens

Die Frage „was ist Jnana Yoga?“ kann in der Kurzfassung damit beantwortet werden, dass es hier um den „Weg des Wissens“ und die Gewinnung von tiefen Erkenntnissen geht.

Jnana Yoga oder auch Jnanamarga ist einer der Yoga-Wege, die in der alten hinduistischen Philosophie und Religion aufgezeigt werden. Jnana bedeutet in der Übersetzung Erkenntnis.

Dabei wird davon ausgegangen, dass alle Unvollkommenheit vom Nichtwissen herrührt, was auch der Grund für die Notwendigkeit des Kreislaufs der ständigen Wiedergeburten ist.

Bei der Gewinnung von Wissen beim Jnana Yoga geht es allerdings nicht darum, theoretische Maximen einzupauken und vielfältiges Einzelwissen auf bestimmten Gebieten anzueignen, sondern um die Erkenntnis von Wahrheiten, die zwar unterbewusst in den Menschen schlummern. Dieses schlummernde Wissen soll ins Bewusstsein gerückt werden. 

Die Geschichte des Jnana Yoga, Jnanamarga

Die Geschichte des Jnanamarga lässt sich zurückverfolgen bis zu einer Zeit um etwa 1.600 v. Chr. Zu jener Zeit hat der Weise Kapila in seinen Niederschriften die Grundlagen der Smakhya Philosophie entwickelt. Der Kern dieser Philosophie ist die Unterscheidung zwischen der wahrgenommenen Erscheinungswelt, die vergänglich ist, und der geistigen Existenz, die unvergänglich ist.

Die menschliche Fähigkeit zur reinen Erkenntnis des wahren Seins wird im Sankrit mit Buddhi umschrieben. Eine Bekräftigung erfuhr diese Lehre auch durch Gautama Buddha, der 500 v. Chr. die „rechte Erkenntnis“ als vornehmliches und wichtigstes Ziel darstellt. Spätere Texte zu Jnana Yoga finden sich in den Zeiträumen um 700 und 800 n. Chr. von Gaudapada, in der Ashtavakra Gita, und in Texten des Shankara. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert finden sich wichtige Texte von Swami Vivekanananda. Im 20. Jahrhundert wurde die Lehre „der philosophischen Einsicht“ von Paul Brunton verbreitet. Aktuelle Beiträge zu Jnana Yoga gibt es u. a. von Dhandra Cohen, Sukadev oder Shri Shankaracharya.

Was ist Jnana Yoga bei der praktischen Anwendung?

Beim Jnana Yoga geht es um die Erkenntnis von Weisheit. Die Vermittlung der Lehre beginnt mit grundsätzlichen Lebensfragen, die sich jeder Mensch mehr oder weniger einmal stellt. Das sind Fragen wie

  • Wer bin ich?
  • Woher komme ich?
  • Wohin gehe ich?
  • Wo liegt der wahre Sinn des Lebens?

Zu den Erkenntnissen der Antworten wird mit intensiven Meditationen, Analysen des eigenen Selbst und im Austausch mit den Yoga-Lehrern geführt. Der Weg zur Erkenntnis wird durch fest umrissene Schritte, die Zyklen, gekennzeichnet und durch hilfreiche Mittel unterstützt.

Die vier wichtigen Zyklen die vier Mittel beim Jnana Yoga

Der Weg zur Erkenntnis wird durch folgende Zyklen in der Praxis markiert:

  • Shravana – dieser Zyklus umfasst das Zuhören, also das Hören auf die Lehren und Ausführungen eines Gurus (Lehrers). Bevor jemand zum eigenen Handeln übergehen kann, muss er Kenntnisse der umfassenden Lehre gewinnen.

  • Manana – hier wird das Gehörte und Gelesene reflektiert. Die Schüler tauschen sich mit dem Lehrer über die Inhalte aus, tragen ihre eigenen Gedanken bei. Es kommt dabei darauf an, dass jeder das Gehörte und Gelesene verstanden hat. Erst dann können die Lehren auch verinnerlicht werden.

  • Nididhyasana – dann erst folgt die intensive Meditation. Hier bei sollen sich die Schüler dem Begreifen, neuen Erkenntnissen und Erfahrungen öffnen. Die Meditation wird andauernd, ernsthaft und mit steigender Tiefe der Erfahrung durchgeführt.

  • Anubhava – bei diesem vierten und letzten Schritt geht es um die Verwirklichung. Der Teilnehmer an der Yoga-Schulung erfährt nun Antworten auf seine drängenden Lebensfragen. Dieser Schritt führt zu Selbsterkenntnis, die gleichzeitig zur Erkenntnis vieler anderer Dinge befähigt, die bis daher nur schwer begreiflich schienen. Außerdem lässt sich bei der Selbsterkenntnis Wesentliches von Unwichtigem unterscheiden und trennen.

Der Weg des Lernens und geistigen Erfahrens wird durch vier Mittel gekennzeichnet. Diese Mittel bauen systematisch in der folgenden Reihenfolge aufeinander auf:

  • Viveka – die Unterscheidung des Vergänglichen vom Unvergänglichen

  • Vairagya – das Ablösen von vergänglichen Werten und von deren Überbewertung im eigenen Denken und Leben

  • Shad-sampat – Gewinnung und Stärkung von sechs positiven Fähigkeiten: Sinneskontrolle, Geisteskontrolle, Vermeiden von schlechten Handlungen, Ausdauer, Glaube, eigene geistige Einheit (Dama, Uparati, Titiksha, Shraddha, Samadhana).

  • Mumukshutva – das ist der Drang nach innerer Befreiung, nach Erkenntnis reiner Wahrheiten. Bei diesem Schritt treten andere und vorher als wichtig angesehene Wünsche in den Hintergrund.

Jnana Yoga verzichtet auf feste Rituale oder vorgeschriebene Körperübungen. Es wird davon ausgegangen, dass Rituale eigentlich den Wunsch, etwas haben, besitzen zu wollen beinhalten. Bei dem Weg zur geistigen Erkenntnis und Weisheit geht es aber darum, etwas zu aufzudecken, zu erfassen, was eigentlich bereits im Menschen schlummert. Jnanamarga ist vornehmlich auf die geistige Erkenntnis und Bereicherung ausgerichtet. Dennoch werden auch bei Jnana Yoga Kursen und bei Treffen körperliche Posen eingenommen, die der besseren Konzentration dienlich sind. Diese Posen unterstützen die innere Ruhe und fördern bei der Meditation den Zugang zum eigenen Inneren. Sie haben nichts mit reinen Körperübungen, im Sinne von Gymnastik zu tun. Die Posen helfen dabei, positive Energien im Körper und Geist fließen zu lassen.

Was ist Jnana Yoga für die Gesundheit?

Das es sich bei Jnana Yoga um eine hoch spirituelle und vor allem geistige Yoga-Art handelt, eignet sich dieses Yoga nicht als spezielles Gesundheitsprogramm. Es werden hier keine körperlichen oder mentalen Fähigkeiten trainiert, die etwa den Kreislauf stärken, die Muskulatur oder das Immunsystem. Die Klärung der eigenen Gedanken führt jedoch zu einer positiven Beeinflussung der gesamten Lebenshaltung und des allgemeinen Wohlbefindens. Bei den Kursen und Seminaren können die Teilnehmer erfahren, achtsamer mit dem eigenen Ich umzugehen. Zum Erkenntnisweg gehört bei der Unterscheidung von Wesentlichem (Beständigem) und Unwesentlichem (Vergänglichem) beispielsweise auch die Achtsamkeit bei der Ernährung. Zu großen Teilen ernähren sich Menschen, die sich länger mit Jnanamarga befassen, vegetarisch oder gar vegan. Der physische Körper wird zwar als vergängliche Hülle angesehen, die später für eine Wiedergeburt verlassen wird, muss jedoch so gesund und fähig wie möglich erhalten werden, damit die Fähigkeiten zur geistigen Tätigkeit nicht beeinträchtigt wird.

Jnana Yoga – jeder kann zuhören

Jnana Yoga ist ein guter Weg für Menschen, die nach intensiver Spiritualität und spiritueller Bereicherung suchen. Gleichzeitig werden bei den Vorträgen, Kursen und Seminaren für Jnana Yoga viele im Alltag hilfreiche Erkenntnisse vermittelt. Als erster Zyklus im Lernprozess wurde das Zuhören beschrieben. Jeder, der sich für Yoga interessiert, kann sich zumindest diesem Schritt zuwenden und sich etwas über Janamarga anhören. Es schadet nichts, die eigenen Kenntnisse zu erweitern und sich einmal einer anderen Denkrichtung zu öffnen. Deshalb muss sich an das Zuhören nicht gleich eine Eintragung für einen langfristigen Kurs anschließen. Sollte sich herausstellen, dass diese Richtung nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, besteht auch bei einem Kurs oder bei Seminaren keine Verpflichtung, weiter teilzunehmen. Auch Jnana Yoga ist frei von Druck und Zwängen.

Um mehr darüber zu erfahren, können auch im Internet auf Yoga-Portalen Online-Vorträge per Video angehört werden. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl Bücher, die Wissenswertes über diesen Yoga-Weg enthalten. Viele Menschen, die auch nur zeitweilig in Vorträge hineingehört oder ein Seminar besucht haben, stellen fest, dass sie zu neuen Überlegungen angeregt wurden und sich danach entspannter und freier fühlten. Wie alle anderen Yoga-Wege lässt sich auch Jnana Yoga mit der Teilnahme an Kursen für Hartha Yoga oder Karma Yoga und anderen Yoga-Arten gut vereinbaren.

Erkenntnis und Erlösung – Jnana Yoga als Impuls nutzen

Jnana Yoga ist eine Yoga-Richtung, die sich auf geistige Erkenntnisse und den – nach der Yoga Lehre – geistigen Weg zur Erlösung konzentriert. Die Beschäftigung mit Jnanamarga kann Denkanstöße geben und das eigene Handeln, die alltäglichen Zwänge, überdenken lassen.

Wer auf der Suche nach sich selbst ist, dem bereitet das Jnana Yoga demnach den Weg – metaphorisch beschrieben als der letzte Schritt hin zur höchsten persönlichen Erkenntnis. Als Grundlage zum Erlangen dieser höchsten Erkenntnis des eigenen Geistes dienen Hingabe, die Erlösung durch Taten und konzentrierte Meditation, dargeboten durch die Lehren des Bhakti Yoga, des Karma-Yoga und des Raja Yoga.

Beschreiten Yogis diese vier Wege, sind sie in der Lage im Laufe der Zeit ihren Geist zu reinigen und frei von Zwängen voller Hingabe eine Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ zu erhalten.

Das Wichtigste über Yoga erfahren Sie in unserer Yoga-Serie:

► Die Geschichte des Yoga      ► Hatha Yoga      ► Bhakti Yoga          

► Kundalini Yoga                       ► Karma Yoga      ► Raja Yoga

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