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Kartenlegen mit Lenormandkarten - Eine Einführung

Im folgenden möchten wir Ihnen ein Kartendeck vorstellen, das aus der Kartomantie nicht mehr wegzudenken ist. Es handelt sich dabei um die sehr beliebten und weitverbreiteten Lenormandkarten.  

 Die Geschichte der Lenormandkarten

Lenormandkartenfächer
Lenormandkartenfächer
Im Gegensatz zu anderen Kartendecks ist die Schöpferin der Lenormandkarten nicht nur bekannt, sondern diese sind darüber hinaus nach ihr benannt: Marie Anne Adélaïde Lenormand oder auch Marie-Anne Lenormand beziehungsweise Marie-Anne Le Normand wurde am 27. Mai 1772 im französischen Alençon geboren. Viele Anekdoten ranken sich um diese Frau, die mit 18 Jahren nach Paris ging und dort mit 21 Jahren Teilhaberin eines Büros für Wahrsagerei wurde. So sei ihr eine ausgeprägte und überdurchschnittliche Intuition bescheinigt worden.

Dank ihrer Hellsicht genoss sie einen ausgezeichneten Ruf und war während der Französischen Revolution die erfolgreichste Kartenlegerin. Angeblich zählten nicht nur die Mitglieder des napoleonischen Hofes zu ihren Klienten, sondern auch Bonaparte selbst und seine Gattin sollen sich hin und wieder Rat bei Marie-Anne Lenormand geholt haben. Erst als sie seinen politischen Fall vorausgesagt habe, sei er nicht mehr gut auf sie zu sprechen gewesen. Gerüchte besagen, dass sie deshalb aus Frankreich ausgewiesen wurde und daraufhin nach Brüssel zog. Tatsache ist, dass zu jener Zeit viele politische Gegner Ludwigs XVIII., zu denen Madame Lenormand offensichtlich gehörte, nach Belgien emigrierten. In jedem Fall geriet sie mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt.

Vermutlich war Marie-Anne Lenormand ihrer Zeit voraus, denn sie blieb unverheiratet. Ungewöhnlich war ebenfalls, dass sie als alleinstehende Frau gut betucht war. Ihr Vermögen, zu dem auch mehrere Immobilien gehörten, hatte sie ihrer Tätigkeit als Kartenlegerin zu verdanken. Möglicherweise war ihr Wohlstand der Grund dafür, dass sie nie geheiratet hat: Bei einer Eheschließung ging das Vermögen nach damaligem Recht in den Besitz des Ehemannes über. Außerdem durfte der Gatte entscheiden, welchen Beruf seine Frau ausübt. Ob sich Madame Lenormand das Kartenlegen nicht verbieten lassen wollte?

Kritiker sagen, sie habe die Ratsuchenden über deren Gewohnheiten ausgefragt und die Karten mithilfe dieses Hintergrundwissens interpretiert. Darüber hinaus soll sie nicht sehr attraktiv gewesen sein sowie viel Essen und Alkohol konsumiert haben. Von Menschen, die Marie-Anne Lenormand persönlich kannten, gibt es keine Überlieferungen. Somit ist es schwer, von einer eindeutigen Faktenlage zu sprechen. Allerdings ist einiges aufgedeckt worden: Einerseits konnte sich das Gerücht, dass Madame Lenormand auch Astrologin gewesen sei, nicht halten. Zwar bezeichnete sie ihre Kartenauslagen als Horoskop, doch mit der herkömmlichen astrologischen Radixdeutung ist diese Arbeitsweise nicht vergleichbar. Andererseits gilt als gesichert, dass die modernen und heute im Handel erhältlichen Karten nicht mehr viel mit den Originalkarten, mit denen Marie-Anne Lenormand arbeitete, zu tun haben.

Über die eigentliche Geschichte der Lenormandkarten herrscht genauso wenig Einigkeit unter den Experten wie über das Leben dieser berühmten Kartenlegerin. Manche Kartenforscher vermuten, dass Madame Lenormand überhaupt keine eigenen Karten besaß, sondern die Tarotkarten von Jean François Alliette, auch bekannt als Jean François Etteilla verwendet hat. Dieses Kartendeck heißt Petit Etteilla, ist heutzutage immer noch erhältlich und hat mit den Lenormandkarten nichts zu tun. Andere Kenner sind der Meinung, dass Marie-Anne Lenormand mit selbst entworfenen Karten arbeitete, die den heutigen sogenannten Großen Lenormandkarten – im Handel unter der Bezeichnung Grand Jeu de Mlle. Lenormand bekannt – sehr ähnlich sind. Dieses Deck besteht aus 52 Karten und enthält verschiedene mythologische Symbole, Sternbilder (auf die möglicherweise der Irrtum zurückgeht, Madame Lenormand hätte Horoskope gedeutet) sowie Hinweise aus der Pfanzenheilkunde beziehungsweise der geheimen Blumensprache, die im 18. Jahrhundert in Mode war und hauptsächlich von Liebenden genutzt wurde. Des Weiteren sind auf den Großen Lenormandkarten geomantische Zeichen und von den Spielkarten bekannte Symbole zu erkennen.

Es ist anzunehmen, dass die Originalkarten im Laufe der Zeit verändert wurden, indem Bilder und Symbole nach und nach entfernt oder weggelassen worden sind, bis alles Mystische und Magische auf den Karten verschwunden war. Im Ergebnis liegen nun symbolisch vereinfachte Karten vor, deren Bedeutungen auf eine Kernaussage reduziert sind: Übrig geblieben ist ein Kartendeck, das aus 36 Karten besteht – Karten mit klaren und eindeutigen Bildern, die kein Hintergrundwissen erfordern und leichter zu entschlüsseln sind. Mittlerweile werden Lenormandkartenspiele in unterschiedlichen Ausführungen zum Kauf angeboten. Die wohl am häufgsten zum Einsatz kommenden sind die der sogenannten Blauen, Roten und Weißen Eule. Die Unterschiede zwischen diesen drei Varianten sind nicht allzu groß. So tragen die Lenormandkarten der Blauen Eule die Symbole der französischen Spielkarten (Karo, Herz, Pik und Kreuz), während bei den Karten der Roten Eule die Symbole durch Verse ersetzt wurden. Die Karten der Weißen Eule entsprechen in ihrer Aufmachung im Großen und Ganzen denen der Blauen Eule, wobei die Bilder sich etwas unterscheiden in der Farbgebung. Wie schon angedeutet geht die Beliebtheit der Lenormandkarten höchstwahrscheinlich auf den Umstand zurück, das sie leicht verständlich sind: Die Abbildungen enthalten keine mythologischen oder archetypischen Bilder, die man erst in eine für jeden verständliche Sprache übersetzen müsste, sondern Symbole aus dem Alltagsleben wie einen Schlüssel oder ein Haus. Schwieriger ist es, die zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten der Karten zu deuten. Ein weiterer Vorteil der Lenormandkarten ist, dass deren Bilder und Symbole auf mehreren Ebenen interpretieren werden können: Vordergründig teilen sich diese Karten – wie bei vielen anderen Kartenorakeln – auf der psychologischen Ebene mit. Davon abgesehen können sie Ereignisse, Gegenstände oder Personen anzeigen. Die Karte „Der Berg“ steht beispielsweise auf der psychologischen Ebene für eine Hürde oder für eine innere Blockade, die überwunden werden muss. Auf der Ereignisebene kann diese Karte tatsächlich eine Berglandschaft oder ein ganz konkretes Gebirge wie die Alpen anzeigen. In Verbindung mit anderen Karten verweist „Der Berg“ sogar deutlich auf ein Land. Gemeinsam mit der Karte „Die Fische“ repräsentiert er die Schweiz und mit der Karte „Die Sonne“ die Dolomiten.

 

Die Bedeutung der einzelnen Lenormandkarten

Nachdem ich bereits ein paar Deutungsbeispiele angebracht habe, erfahren Sie jetzt, wofür die Lenormandkarten im Einzelnen stehen. Beginnen werde ich mit den Karten 1 bis 12.

 

1: Der Reiter

Lenormand: 1
Lenormand: 1

Psychologische Bedeutung:
Erscheint „Der Reiter“ im Kartenbild, wird Aufbruchstimmung und Mobilität angezeigt. Er kann auch Neuigkeiten und Nachrichten verheißen, die den Fragenden bald erreichen.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Hier beschreibt die Karte einen jugendlichen Mann oder einen Vertreter, der viel unterwegs ist. Die Karte symbolisiert ebenso einen Reiter oder ein Pferd. Sie steht des Weiteren für Transportmittel im Allgemeinen.

 
 

2: Der Klee

Lenormand: 2
Lenormand: 2

Psychologische Bedeutung:
„Der Klee“ kennzeichnet das schnelle und kleine Glück. Selbst wenn diese Karte keine lang anhaltende Glücksphase verspricht, kann sich der Ratsuchende freuen: Ihm stehen beglückende Momente oder eine schnelle Besserung seiner Situation bevor.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Auf diesen Ebenen steht „Der Klee“ für alle kleineren Grünpflanzen und für Kräuter. Außerdem ist er eine sogenannte Zeitkarte: Er gibt Auskunft darüber, ob ein Ereignis innerhalb von zwei Wochen eintritt oder nicht.

 
 

3: Das Schiff

Lenormand: 3
Lenormand: 3

Psychologische Bedeutung:
„Das Schiff“ kennzeichnet stets Veränderungen und kündigt an, dass etwas in Bewegung kommt. Es wird auch mit einer weiteren Entfernung oder Sehnsucht gleichgesetzt.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Als Ereignis kann „Das Schiff“ eine reale oder geistige Reise anzeigen. Es beschreibt zudem ferne Länder als solche.

 

4: Das Haus

Lenormand: 4
Lenormand: 4

Psychologische Bedeutung:
Diese Karte verspricht Stabilität, Sicherheit und Geborgenheit. Sie deutet außerdem an, dass eine Situation festgefahren ist oder dass jemand mit beiden Beinen im Leben steht.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Auf der Ereignisebene symbolisiert „Das Haus“ die eigenen vier Wände, also die Wohnung oder das Haus, beziehungsweise Gebäude im Allgemeinen.

 
 

5: Der Baum

Lenormand: 5
Lenormand: 5

Psychologische Bedeutung:
Wie ein richtiger Baum, der Jahre braucht zum Wachsen, zeigt diese Karte Beständigkeit und Langfristigkeit an. Bezüglich des Fragethemas kann sie als Hinweis verstanden werden, dass Geduld erforderlich ist. „Der Baum“ steht ebenso für Standhaftigkeit, Wohlbefnden und Gesundheit.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Hier bezeugt diese Karte reale Bäume und Wälder.

 
 

6: Die Wolken

Lenormand: 6
Lenormand: 6

Psychologische Bedeutung:
„Die Wolken“ beschreiben Unklarheiten und Nebulöses. Sie können auch aussagen, dass eine Situation mit Trübsinn und diffusen Ängsten verbunden ist. Wird diese Karte gelegt, so ist der Fragesteller aufgefordert, für Durchblick zu sorgen.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Diese Karte steht in diesem Zusammenhang für Rauch, Nebel und Gase.

 
 

7: Die Schlange

Lenormand: 7
Lenormand: 7

Psychologische Bedeutung:
„Die Schlange“ warnt vor Raffnesse, Verwicklungen, Komplikationen und Falschheit. Oder sie zeigt an, dass etwas auf Umwegen geschieht.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Geht es um Personen, dann kann „Die Schlange“ auf eine ältere Dame oder einen gerissenen, schlauen Menschen verweisen. Sie symbolisiert darüber hinaus verschlungene Pfade, Wege oder Straßen wie Serpentinen.

 
 

8: Der Sarg

Lenormand: 8
Lenormand: 8

Psychologische Bedeutung:
„Der Sarg“ kündigt an, dass eine Situation zum Abschluss gebracht wird oder zum Scheitern verurteilt ist. Generell erinnert diese Karte daran, dass alles vergänglich ist. Sie zeigt gleichsam allgemeine Schwäche an.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
„Der Sarg“ kündigt nicht zwingend einen Todesfall an, sondern bereitet darauf vor, dass der Ratsuchende von etwas oder jemandem – in welcher Form auch immer – Abschied nehmen wird. Er steht auch für das Jenseits und die Ewigkeit und kann die Beschäftigung mit Okkultem anzeigen.

 

9: Die Blumen

Lenormand: 9
Lenormand: 9

Psychologische Bedeutung:
„Die Blumen“ sind ein Verweis auf Freundschaft und angenehme Gesellschaft. Ihnen werden die Aspekte Höflichkeit und Etikette zugeschrieben.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Hier steht die Karte für Blumen und Pfanzen sowie deren Anwendung. „Die Blumen“ verheißen auch nette Kontakte, eine Einladung oder einen Besuch. Auf der Personenebene können sie eine jüngere Frau, Freundin oder Geliebte repräsentieren.

 
 

10: Die Sense

Lenormand: 10
Lenormand: 10

Psychologische Bedeutung:
Die Sense deutet keine Ernte an, obwohl auf der Karte geschnittene Kornhalme zu sehen sind: Sie ist als Warnung zu verstehen. Denn Die Sense beschreibt, dass es zu einem plötzlichen Bruch kommen wird. Sie wird auch mit der Schärfe des Intellekts gleichgesetzt.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Hier bezeugt die Sense alle spitzen und scharfen Gegenstände sowie Waffen und Metalle. Des Weiteren ist sie ein Symbol für die Landwirtschaft als solche.

 
 

11: Die Ruten

Lenormand: 11
Lenormand: 11

Psychologische Bedeutung:
Diese Karte verweist auf mögliche Streitigkeiten: Sie fordert den Fragesteller auf, seine Pläne zu überdenken oder zumindest einen diplomatischeren Weg einzuschlagen im Umgang mit anderen, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Auf der Ereignisebene kündigen „Die Ruten“ Gespräche und Verhandlungen an. Sehr oft deuten sie aber auch auf Konfikte, wenn nicht sogar auf Bestrafung. Ebenso stehen sie für Rechtsgeschäfte oder Rechtsbeistand.

 
 

12: Die Vögel

Lenormand: 12
Lenormand: 12

Psychologische Bedeutung:
„Die Vögel“ sind auf der psychologischen Bedeutungsebene ein Hinweis auf Unruhe, Überanstrengung, Aufregung, Ärger oder Stress.

Ereignis, Gegenstand oder Person:
Was diesen Punkt betrifft, stehen „Die Vögel“ für Paare und für alles, was doppelt ist. Somit erinnern sie allgemein an die Polarität, wegen der es zu Spannungen kommen kann. Die Karte bezeugt zudem sowohl Vögel als auch kleinere Tiere.

 

 

 

 

► Zur Bedeutung der einzelnen Lenormandkarten Teil 2

 

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