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Aus der Welt der Esoterik

Osterbräuche – Traditionen und ihre Bedeutungen

Ob Osterhase, Ostereier oder Osterfeuer: Zu Ostern haben sich zahlreiche Bräuche entwickelt. Nicht von allen kennen wir noch die Bedeutung, da manche im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten sind.

An Ostern feiern wir heute die Auferstehung Jesu Christi nach seinem Tod am Kreuz. Doch im Neuen Testament steht nichts von Ostereiern oder etwa dem Osterhasen. Das liegt daran, dass einige dieser Bräuche noch älter sind als das christliche Ostern. Was ist die Bedeutung der alten Osterbräuche? Und wie haben sie sich mit der Zeit verändert?

Ostern in Deutschland – Wie sind die Osterbräuche entstanden?

An Ostern zelebrieren wir in Deutschland die Auferstehung Jesu Christi. Es ist mit Abstand das bedeutsamste Fest im Christentum. Ostern fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsmonat. Dieses Jahr ist dies der 16. April 2017. Mit dem Ostersonntag beginnt die sogenannte Osterzeit, welche 50 Tage bis einschließlich Pfingsten andauert.

Hinter dem christlichen Motiv der Auferstehung verbirgt sich, wie bei allen Frühlingsfesten, die Freude über das Ende vom Winter und der Beginn des Frühlings und der hellen Jahreszeit. Es ist ein Fest der Erneuerung, der Fruchtbarkeit und des Lichtes. Wenn die Natur wieder zu blühen beginnt und die Tage länger und wärmer werden. Zur Zeit des Wiedererblühens in der Natur wurden besonders viele Fruchtbarkeitsriten vorgenommen, die Frühlingsgottheiten waren häufig auch Fruchtbarkeitsgöttinnen.

Das Wort Ostern soll vom althochdeutschen Wort für Osten „Ostara“ herrühren.

Das Osterfest mit Hinwendung zum Sonnenaufgang im Osten galt vielfach als Fest der Göttin Ostara, die ebenfalls für Frühling und Fruchtbarkeit stand.

Es gibt noch weitere Spekulationen über die Herkunft des Osterfestes. Restlos belegt sind sie alle nicht. Jedenfalls waren auch damals schon einige der heutigen Osterbräuche üblich.

So spielten Eier als Fruchtbarkeitssymbole eine Rolle, wurden Feuer als Zeichen von Leben entzündet, wurde gefeiert und reichlich gegessen nach dem langen Winter. Über die Jahre hat sich eine große Anzahl von Osterbräuchen entwickelt. So zum Beispiel der berühmte Osterhase, der uns die Ostereier und Süßigkeiten bringt, die wir so gerne an unsere Lieben verschenken. Der Hase war seit jeher ein Symbol für Fruchtbarkeit und doch brauchte er eine Weile, um sich als Ostersymbol durchzusetzen. So wurden, je nach Region, die Eier früher auch vom Storch, Kuckuck oder gar dem Fuchs gebracht. Doch heute sind diese Eierbringer größtenteils vergessen.

Ein weiterer Osterbrauch ist zum Beispiel das Osterfeuer, als Licht der Welt und als Symbol für das Ende des Winters. Das Eierschieben ist ein Ritual welches in Deutschland unterschiedliche Namen trägt. Bei diesem Osterbrauch lassen Kinder am Ostersonntag ihre Ostereier einen Hügel oder Abhang hinunterrollen. Gewinner ist dabei, wessen Ei unversehrt bleibt oder die weiteste Strecke zurückgelegt hat.

 

Vergessene und erhaltene Osterbräuche in Deutschland:

  • Osterwasser schöpfen in der Nacht von Ostersamstag zu Ostersonntag

  • Osterfeuer – das Ende vom Winter, Licht der Welt

  • Osterkerzen – werden meist nur noch in Kirchen entzündet

  • Osterhase – einst Fruchtbarkeitstier, bei den Byzantinern auch Symbol für Jesus, heute der Eierbringer für die Kinder

  • Ostereier – üblich schon in vorchristlichen Kulturen als Fruchtbarkeitssymbole, heute aus Zuckerwerk und Osternascherei

  • Osterlamm – früher Symbol für Fruchtbarkeit, dann für Jesus, traditionell das Osterfleisch, aber auch üblich als Gebäck

Weitere Ostersymbole

Das Geheimnis des Ostereis

Eines der bekanntesten Symbole Osterns ist das Osterei. Auf den ersten Blick scheint das Ei mit der Auferstehung Christi wenig zu tun zu haben, doch tatsächlich haben Eier auch im Christentum eine besondere Bedeutung. So steht das Ei für die Wiedergeburt, für Reinheit und Fruchtbarkeit und den Sieg des Lebens über den Tod. Selbst bei den frühen Christen Mesopotamiens gab man Verstorbenen rot bemalte Eier mit ins Grab, als Symbol für die Wiederauferstehung.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde der Osterbrauch aufgenommen, Ostereier den Kindern und Freunden zu schenken.

Die Bemalung der Ostereier für bunte Osterdeko entwickelte sich über die Jahre zu einer wahren Kunstform.

Früher verschenkte man ausschließlich rote Eier. Das Rot symbolisierte dabei das Blut Christi und sein Opfer am Kreuz. Später kamen weitere Farben hinzu: Grün für die Jugend und Unschuld, gelb für die Erleuchtung und weiß für die Reinheit.

Doch mit der Zeit wurden die Eier immer kunstvoller bemalt und verziert. Die berühmtesten Ostereier sind die Fabergé-Eier welche im Auftrag des russischen Zaren Alexander vom Goldschmied Peter Carl Fabergé als Geschenk für die Gemahlin des Zaren erschaffen wurden. Ihre Schönheit und ihr unbeschreiblicher Wert haben nur einen Nachteil – sie sind nicht zum Verzehr geeignet.

Internationale Osterbräuche

Nicht nur innerhalb Deutschlands gibt es Unterschiede bei den Osterbräuchen, auch im Rest der Welt wird Ostern mit unterschiedlichen kulturellen Einflüssen gefeiert. Diese reichen von bunten, fröhlichen Festen bis hin zu stillen Gedenkmärschen.

 

Hier sind ein Paar Beispiele, wie Otern in anderen Ländern gefeiert wird:

  • In Mexiko feiert man an Ostern ein zweiwöchiges Volksfest mit Tanz und Musik. Die Straßen werden bunt geschmückt und mit Girlanden behangen.

  • In Finnland schlagen sich Freunde und Familie leicht mit einer kleinen Birkenrute. Diese sollen an die Palmzweige erinnern, mit denen Christus in Jerusalem empfangen wurde.

  • In Schweden holen junge Frauen zu Ostern heimlich in der Nacht an einer Quelle das sogenannte Osterwasser.

Wenn sie es unentdeckt schaffen und mit dem Wasser ihren Liebsten im Gesicht berühren, dann können sie sich seiner ewigen Liebe gewiss sein.

Wie hat Ostern sich im Laufe der Zeit entwickelt?

Die Liste der Osterbräuche in Deutschland ist lang, und natürlich haben sich viele von ihnen im Laufe der Jahre verändert oder weiterentwickelt.

Ein bitterer Beigeschmack ist dabei der immer stärker werdende Konsum zur Osterzeit.

Kaum ist Weihnachten vorbei, stehen bereits die ersten Osterartikel im Supermarkt und die Geschenke umfassen längst nicht mehr nur Ostereier oder Süßigkeiten.

Es scheint, als würde sich Ostern zu einem zweiten Weihnachten entwickeln. Die Osterbräuche verlieren dadurch leider immer mehr an Bedeutung.

Es muss kein Fabergé-Ei sein, welches der Osterhase im Garten versteckt. Liebevoll verzierte Ostereier, selbstgebastelte Osterdeko oder ein schmackhafter Schokoladenhase, ein Familienessen und der anschließende Osterspaziergang erfüllen doch auch ihren Zweck. Vielleicht sollten wir uns dieses Ostern wieder ein wenig auf die alten Osterbräuche besinnen und auch daran, dass persönliche Gesten manchmal wichtiger sind als teure Geschenke aus dem Kaufhaus. In diesem Sinne: Frohe Ostern 2017!

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