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So gelingt die Trauerbewältigung

Für alle anderen scheint sich die Welt weiterzudrehen, doch für ihn bricht sie zusammen. Scheidet eine geliebte Person aus dem Leben, ist für den Betroffenen nichts wie vorher.

Trauerbewältigung
 

Wie soll es weitergehen? Das Schlimmste ist eingetroffen und jemals wieder Hoffnung zu schöpfen, scheint dem Trauernden zunächst unvorstellbar. Vom Schock über den Rückzug bis hin zur tiefen Depression durchleben Betroffene im Prozess des Trauerns die Hölle auf Erden. Eine Hölle, an deren Horizont jedoch ein Silberstreif funkelt. Um diesen zu entdecken, muss der Trauernde aber erst seinen Prozess der Trauerbewältigung durchleben. viversum verrät Ihnen, wie Sie Ihre Trauer am effektivsten überwinden können, aber auch, was Sie im Umgang mit einer trauernden Person beachten sollten.

Die vier Phasen der Trauer

Zahlreiche Forschungen beschäftigen sich mit dem Prozess des Trauerns, es existieren Phasenmodelle, die die Trauerbewältigung in meist drei bis fünf Phasen einteilen. Bekannte, aber zum Teil auch umstrittene Modelle wurden in den 70er- und 80er-Jahren beispielsweise von John Bowlby, von Elisabeth Kübler-Ross und von Verena Kast entwickelt. Das folgende psychoanalytisch orientierte Vier-Phasen-Modell stammt aus der Feder von Yorick Spiegel, der den Prozess der Trauerbewältigung in vier Phasen einteilt. Selbstverständlich lässt sich nicht jeder Betroffene in dieses Schema pressen, denn bei jedem gestaltet sich die Trauer anders. Und auch die einzelnen Phasen sind keinesfalls als festgelegte Einheiten mit bestimmtem Zeitlimit zu verstehen.

1. Trauerphase: Schock und Nichtwahrhabenwollen

In der Leugnungsphase will der Betroffene das Geschehene nicht wahrhaben. Er hofft zum Beispiel, dass alles nur ein Traum ist, aus dem er bald aufwachen wird. Der Tod eines geliebten Menschen ist immer ein Schock, selbst wenn er nicht unerwartet, sondern nach langer Krankheit eintritt. Auf der körperlichen Ebene reichen die Reaktionen des Betroffenen von Schwitzen über erhöhten Puls und ständiger Unruhe bis hin zu Übelkeit und Erbrechen. Auf der psychischen Ebene kommt es zu Reaktionen der Hilflosigkeit, Verzweiflung oder Apathie, manchmal auch zum völligen Zusammenbruch.

Die Leugnungsphase erstreckt sich meist über einige Tage bis Wochen. Die Länge der Phase kann sich auch danach richten, wie unvorhersehbar das Ereignis, zum Beispiel der Tod des Angehörigen, stattfand. Je unerwarteter das Ereignis, desto länger gestaltet sich in der Regel die erste Phase.

So können Sie helfen:

In der ersten Trauerphase ist der Betroffene meist mit der Situation überfordert. Lassen Sie den Trauernden nicht alleine und seien Sie einfach da für ihn. Machen Sie sich außerdem klar, dass jeder Mensch anders trauert – die einen werden starr vor Kummer, andere wiederum weinen sich die Augen aus.

2. Trauerphase: Kontrolle und Selbstbeherrschung

Nicht jeder Angehörige bricht unmittelbar nach der anfänglichen Schockphase in Tränen aus. Im Gegenteil ist bei vielen Trauernden eine kurze Phase der Selbstbeherrschung zu beobachten. Der Betroffene versucht, seine Gefühle, so gut es geht, unter Verschluss zu halten, zum Beispiel, um die Beerdigung organisieren und besuchen zu können.

So können Sie helfen:

Signalisieren Sie, dass Sie für den Betroffenen da sind, aber setzen Sie ihn auf keinen Fall unter Druck, die nächste Phase der Trauerbewältigung erreichen zu müssen.

3. Trauerphase: Rückzug und Emotion

In der dritten Phase – auch Regressionsphase genannt – begreift der Betroffene den Verlust, zieht sich zurück und beginnt, sich mit seiner Trauer auseinanderzusetzen. Wut, Aggression, Verzweiflung, Traurigkeit, Depression: Ein wahrer Ozean an Emotionen bricht über ihn herein und er verliert zu gewissen Maßen die Selbstkontrolle. Er isst und schläft schlecht. Obwohl er sich hilflos fühlt und sich Hilfe wünscht, reagiert er abweisend, wenn Freunde und Familie ihm Hilfe anbieten. Diese Isolierung von den Lebenden und das gleichzeitige emotionale Festhalten am Verstorbenen versetzt ihn in einen Zwischenzustand, der als unwirklich empfunden wird.

So können Sie helfen:

Seien Sie für den Betroffenen da, setzen Sie ihn aber nicht unter Druck. Haben Sie Verständnis für seine Gefühle und hören Sie ihm zu, auch wenn er Ihnen Dinge, wie z. B. eine bestimmte Erinnerung, bereits zum wiederholten Male erzählt.

4. Phase: Anpassung und Rückkehr

In der Phase der Anpassung akzeptiert der Trauernde den Verlust allmählich und gewöhnt sich nach und nach an den neuen Alltag. Den Verlust der geliebten Person wird er nie ganz vergessen können, doch das Interesse, wieder am Leben teilzuhaben, wächst nach und nach. Nicht selten kommt es in dieser Phase zu Rückschritten, in denen der Trauernde zwischenzeitlich in die vorherige Phase zurückfällt. Früher oder später erreicht im Prozess der Trauerbewältigung aber fast jeder die vierte Phase.

So können Sie helfen:

Verhalten Sie sich dem Betroffenen gegenüber ganz natürlich, seien Sie aber nach wie vor für ihn da und helfen Sie ihm, in den Alltag zurückzufinden. Da er nun verstärkt wieder bereit dazu ist, aktiv am Leben teilzunehmen, könnten Sie ihm auch bestimmte Aktivitäten und Ausflüge vorschlagen, die Sie dann gemeinsam unternehmen.

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Trauerbewältigung: Tipps

Trauerarbeit leistet sich nicht von allein; für viele ist Trauerbewältigung harte Arbeit.

Tipps im Umgang mit Trauer

Befinden Sie sich selbst in einem Trauerprozess, könnten Ihnen folgende Tipps vielleicht helfen.

  • Gestehen Sie sich Zeit ein.

Zeit heilt alle Wunden, doch gerade der kraftraubende Trauerprozess kann länger dauern, als Ihnen lieb ist. Setzen Sie sich selbst nicht unter Termindruck. Sie brauchen nun einmal so lange, wie Sie brauchen. Und das ist völlig in Ordnung und normal.

  • Nehmen Sie jeden Tag für sich.

Denken Sie nicht unnötig weit in die Zukunft, sondern begegnen Sie einem Tag nach dem anderen. Gerade der Gedanke an eine jahrzehntelange Zukunft, die Sie ohne den geliebten Menschen an Ihrer Seite verbringen müssen, kann Sie in Verzweiflung versetzen. Wenn Sie hingegen einen Tag nach dem anderen angehen, wird es irgendwann von allein leichter werden.

  • Lassen Sie den Schmerz zu.

Es ist von größter Bedeutung, dass Sie Ihre Gefühle zulassen, auch wenn sie noch so schmerzhaft sind. Zur Bewältigung von Trauer gehört das Durchlaufen der Schmerzphase, in der Sie von Emotionen überwältigt werden können. Leiden Sie nach dem Tod einer geliebten Person kein bisschen, dann leisten Sie keine Trauerarbeit. Leiden ist ein wichtiger Schritt in Richtung Besserung. Sie sind bereits auf dem Weg zur Besserung.

  • Sprechen Sie über Ihre Trauer.

Ob mit Freunden, Verwandten oder einer Trauergruppe – Ihre Trauer können Sie am besten überwinden, indem Sie sie verarbeiten. Und das geht nun mal optimal in Gesprächen. Reden Sie sich den Schmerz von der Seele!

  • Verbringen Sie Zeit mit lieben Menschen.

Sobald Sie sich bereit fühlen und nicht mehr allein sein möchten, sollten Sie sich mit Freunden und Familie umgeben, in deren Gegenwart Sie sich wohlfühlen. Der Mensch ist ein soziales Wesen und in guter Gesellschaft zu sein, kann Wunder fürs Wohlbefinden wirken.

  • Besinnen Sie sich auf Ihre Hobbys.

Sie werden an den Punkt kommen, an dem Sie nicht mehr (nur noch) weinen können oder wollen. Haben Sie diese Phase erreicht, sollten Sie sich langsam wieder an Dinge herantasten, die Ihnen vor dem Tod Ihres Angehörigen stets Freude bereitet haben. Ob Golfen, Wandern oder Lesen – lassen Sie das eine oder andere Hobby wiederaufleben und finden Sie so ein Stück zurück zu sich selbst.

  • Treiben Sie Sport.

Natürlich erst, wenn Sie sich bereit dazu fühlen, doch dann kann Sport nicht nur Ihr körperliches, sondern auch Ihr seelisches Wohlbefinden stärken. Wie wäre es mit einer sanften Sportart wie Yoga? Die hält Sie physisch fit und bringt Sie zugleich psychisch ein bisschen mehr ins Gleichgewicht.

Trauerbewältigung

Fehler im Umgang mit Trauernden

Im Umgang mit einer trauernden Person weiß man nicht immer, wie man sich richtig verhalten soll. Wenn Sie versuchen, die folgenden Fehler zu vermeiden, können Sie dem Betroffenen eine große Hilfe bei der Trauerbewältigung sein.

  • Meiden: Viele wissen nicht, wie sie mit den engen Angehörigen eines Verstorbenen umgehen sollen und meiden sie, als hätten sie eine ansteckende Krankheit. Tun Sie das nicht, sondern seien Sie für den Trauernden da, auch auf die Gefahr hin, dabei einen Fehler zu machen. Doch dem Trauernden aus dem Weg zu gehen, wäre ein größerer Fehler.

  • Einengen: Um mit seinen Emotionen in Verbindung zu kommen und sie zu bewältigen, muss der Betroffene sich aktiv damit auseinandersetzen. Geben Sie ihm den nötigen Freiraum. Rücken Sie ihm also nicht permanent auf die Pelle, es sei denn, er wünscht es sich.

  • Ablenken: Sie wollen den Betroffenen auf andere Gedanken bringen, z. B. indem Sie ihm lustige Anekdoten erzählen? Das kann guttun, allerdings sollten Sie ihm unbedingt auch erlauben, traurig zu sein und über seine Trauer zu sprechen.

  • Vergleichen: „Als damals meine Tante gestorben ist …“, auch wenn es lieb gemeint ist, helfen Erfahrungsberichte dem Betroffenen nur selten, es sei denn Sie durchlaufen gerade beide gleichzeitig einen Trauerprozess, in dem Sie den Tod einer geliebten Person verarbeiten.

  • Druck machen: Vermitteln Sie dem Trauernden nicht den Eindruck, er „brauche“ zu lange, um seine Trauer zu bewältigen. Jeder trauert in einem anderen Zeitrahmen und sollte alle Zeit der Welt dafür bekommen.

  • Totschweigen: Klar, müssen Sie nicht ständig mit dem Thema anfangen, aber auf keinen Fall sollten Sie gar nicht mehr über den Verstorbenen oder die Themen Krankheit und Tod reden. Besonders dann, wenn der Trauernde mit dem Thema anfängt, sollten Sie mit ihm darüber reden.

  • Zum Lachen in den Keller gehen: Selbstverständlich ist der Tod die traurigste Sache der Welt, doch das muss nicht bedeuten, dass Sie in Gegenwart des Trauernden einen Trauerkloß abgeben müssen. Es ist erlaubt, auch mal zu lachen. Zum Beispiel, wenn es um lustige Anekdoten aus dem Leben des Verstorbenen geht.

Befinden Sie sich derzeit im Prozess der Trauerbewältigung und möchten sich noch von dem Verstorbenen verabschieden? Unsere einfühlsamen Berater nehmen Sie an die Hand und helfen Ihnen gerne weiter. >> Zur Beraterliste

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