Bindungsängste können das Liebesglück zerstören und dazu beitragen, dass Menschen, die sich nach Nähe und Zweisamkeit sehnen, alleine bleiben. Angst vor Nähe oder Beziehungsangst ist weiter verbreitet, als viele denken. Doch du bist damit nicht allein – viele Menschen kennen dieses Gefühl. Es gibt Wege, damit umzugehen und sich Schritt für Schritt für erfüllte Beziehungen zu öffnen.
Vielleicht erkennst du dich wieder: Du wünschst dir Nähe, aber sobald es ernst wird, ziehst du dich zurück. Anna, 34, beschreibt es so: „Sobald jemand mir zu nahe kommt, bekomme ich Panik – dabei sehne ich mich eigentlich nach Liebe.“ Solche Erfahrungen machen viele, doch Bindungsangst lässt sich überwinden.
Du hast Angst, dich auf einen anderen Menschen einzulassen, und kannst selten langjährige Beziehungen aufrechterhalten. Manchmal brichst du einen Flirt ab, bevor er richtig begonnen hat, oder beendest eine Beziehung plötzlich – ohne, dass du es wirklich willst. Doch Bindungsangst lässt sich überwinden. Es gibt Wege, sich den Ängsten zu stellen und eine glückliche und erfüllte Beziehung zu führen. Doch dazu ist es erforderlich, sich der eigene Ängste bewusst zu werden. Solltest du unter Bindungsangst leiden, muss das nicht bedeuten, dass du alleine lebst. Auch du kannst Wege finden, eine Beziehung zu führen und deine Liebe auszuleben.
Bindungsängste werden oftmals auch als Beziehungsängste bezeichnet und sind weiter verbreitet, als viele Menschen annehmen würden. Angst vor Bindung, Beziehungsangst, Nähe-Distanz-Problem – all diese Begriffe meinen ähnliche Schwierigkeiten. Menschen aller Geschlechter können darunter leiden. Du hast Schwierigkeiten, noch bevor eine Partnerschaft richtig beginnt, die Nähe zuzulassen und reagierst auf Annäherungsversuche oftmals abweisend.
Die Bindungsangst hat dabei viel mit Vertrauen zu tun. Obwohl du dir eine Beziehung wünschst, schaffst du es nicht, deinem Partner ausreichend Vertrauen zu schenken. Wer Probleme damit hat, Vertrauen aufzubauen, führt nicht nur problematische Beziehungen, sondern hat auch meist Schwierigkeiten in anderen Lebensbereichen.
Menschen mit Bindungsangst halten andere gerne auf Distanz. Sie haben Angst, dass sie den Ansprüchen anderer nicht gerecht werden und deshalb verlassen werden. Um dieser Verlustangst zu entgehen, meiden bindungsängstliche Frauen sowie Männer Beziehungen.
Bindungs- und Beziehungsängste haben jedoch nichts damit zu tun, dass du dich aus freien Stücken dazu entscheidest, alleine zu bleiben. Du wünschst dir vielmehr die Nähe zu anderen Menschen. Du kannst sie auf der anderen Seite aber nicht oder nicht im ausreichenden Umfang zulassen.
Manche Menschen haben im Laufe ihres Lebens gelernt, dem Wunsch nach Nähe nicht mehr nachzugeben. Sie haben erlebt, wie schwer es für sie ist, die Nähe aufrechtzuerhalten. Dabei sind sich viele Betroffene überhaupt nicht ihrer Ängste bewusst. Sie haben sich eben einfach auf ein Leben eingestellt, in dem Beziehungen scheitern oder sie schlichtweg alleine leben.
Typische Symptome von Bindungsangst oder Beziehungsangst sind:
Vielleicht hast du erlebt, dass du eine Beziehung beendest, sobald sie ernster wird, oder dich plötzlich emotional zurückziehst, wenn dein Gegenüber mehr Nähe sucht.
Wenn du dich in einigen dieser Punkte wiedererkennst, bist du nicht allein – viele Menschen fühlen ähnlich und es gibt Wege, damit umzugehen.
Durch die bestehende Bindungsangst kommt es gehäuft zu plötzlichen Trennungen. Aber auch das sogenannte Ghosting ist weit verbreitet. Typisch dafür ist, dass sich Partner eine Zeit lang einfach nicht mehr melden und auch nicht für den Partner erreichbar sind. Sie leiden unter ihren eigenen Ängsten.
Dabei haben sie nicht selten das Gefühl, dass es für den anderen eine Erleichterung ist, wenn sie die Beziehung beenden. Doch dabei vergessen sie, dass ihre Ängste meist nicht der Realität entsprechen. Ihr Partner kann das Verhalten des plötzlichen Kontaktabbruchs nicht nachvollziehen und kann davon ausgehen, dass andere Probleme bestehen. Daran zeigt sich, wie die Symptome von Bindungsängsten eine Beziehung beeinflussen und schädigen können.
Auch wenn viele davon ausgehen, dass die Bindungsangst ein Problem von Männern ist, sind Frauen gleichermaßen betroffen. Allerdings zeigen sich die Symptome bei jedem Menschen individuell – unabhängig vom Geschlecht.
Die Bindungsangst beim Mann zeigt sich häufig darin, dass er keine Verantwortung innerhalb der Beziehung übernehmen möchte. Für ihn gibt es kein Wir-Gefühl und er lässt sich lieber auf Affären als auf eine feste Partnerschaft ein.
Auch Frauen mit Beziehungsangst unternehmen oftmals viel, damit eine feste Beziehung nicht zustande kommt. Sie zeigen sich besonders wählerisch, kritisieren Kleinigkeiten oder bestehen dauerhaft auf getrennten Wohnungen. Das geschieht jedoch in der Regel unterbewusst, wodurch sie selbst nicht verstehen können, warum die Beziehungen regelmäßig scheitern. Andere gehen zwar Beziehungen ein, suchen sich jedoch gezielt Partner aus, die wenig Zeit für sie haben oder für sie kaum erreichbar sind. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Partner weiter entfernt in einer anderen Stadt oder einem anderen Land wohnt oder beruflich eingespannt ist.
Durch einen Partner auf Distanz lassen sich Ängste oftmals umgehen und die Bindungsangst Symptome treten weniger intensiv zum Vorschein.
Bindungsängste können auf verschiedene Weise entstehen. Häufig ist es ein gestörtes Verhältnis zu den Eltern oder einem Elternteil, was im späteren Verlauf des Lebens zu Bindungsängsten führen kann. Damit gibt es Bindungsangst beim Mann genauso wie bei Frauen.
Verhalten sich Eltern ihren Kindern gegenüber ablehnend und gefühllos, kann das dazu führen, dass Betroffene in ihrem späteren Leben nicht mehr in der Lage sind, gesunde Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen. Aber auch im Lauf eines Lebens können Bindungsängste entstehen, beispielsweise durch gescheiterte und schwierige Beziehungen.
Manchmal reicht schon eine schmerzhafte Trennung oder eine besonders enttäuschende Erfahrung, um das Vertrauen in Beziehungen zu erschüttern.
Sich der Problematik bewusst zu werden, ist der erste mutige Schritt. Es ist völlig normal, Zeit dafür zu brauchen. Du bist nicht allein – viele Menschen erleben ähnliche Gefühle und Herausforderungen.
Bindungsangst überwinden ist möglich – mit Geduld und Verständnis für sich selbst. Manchen kann es helfen, die persönlichen Ursachen für die Bindungsangst und die jeweiligen Auslöser herauszufinden, beispielsweise im Rahmen einer Therapie.
Aber auch ohne professionelle Hilfe kann es manchen Menschen durchaus gelingen, die Bindungsangst zu überwinden. Auch wenn dieser Schritt häufig schwieriger ist und nicht selten mehr Zeit in Anspruch nimmt. Häufig kommt es dabei darauf an, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken und festzustellen, ob die eigenen Ängste tatsächlich der Realität entsprechen. Gerade Frauen tun sich damit oft schwer. Dabei ist es so wichtig, deine Stärke als Frau zu erkennen und für dich zu nutzen.
In vielen Fällen zeigt sich, dass der Partner überhaupt keine Ahnung von den Befürchtungen hatte und sich der Problematik nicht bewusst ist. Um die eigene Bindungsangst überwinden zu können, kann es deshalb manchmal hilfreich sein, den Partner einzubeziehen.
Oftmals bedarf es vieler positiver Erlebnisse, welche der betroffenen Person zeigen, dass es keinen Grund gibt, Angst vor einer Beziehung zu haben. Doch das dauert in vielen Fällen Jahre und lässt sich nicht in einem gemeinsamen Gespräch wegdiskutieren.
Unter Bindungsängsten leiden nicht nur Betroffene, sondern auch ihre Partner. Die Beziehungen gestalten sich oftmals schwierig und Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Es ist nicht immer leicht, zu verstehen, warum ein Partner plötzlich unter Ängsten leidet und sich abwehrend verhält, obwohl beide eine große Liebe verbindet.
Doch nicht immer ist es das Unverständnis, welches die Beziehung erschwert. In der Realität zeigt sich oftmals, dass bindungsängstliche Menschen Beziehungen zu Menschen eingehen, die ebenso unter der Angst vor einer Beziehung leiden. Das kann sogenannte On-Off-Beziehungen zur Folge haben.
Charakteristisch dafür sind innerhalb der gemeinsamen Zeit häufige emotionale Wechsel. Zeiten, in denen sich beide sehr nahe sind und in der ihre Gefühle besonders stark sind, wechseln sich abrupt ab mit Zeiten der Distanz. Dann scheinen die vorherigen Gefühle kaum noch vorhanden zu sein. Dadurch ist es nicht möglich, eine solide Beziehung zueinander aufzubauen.
Immer wenn es zu ernsthaften Annäherungsversuchen kommt, hat einer der Partner das Gefühl, dass es ihm zu viel wird. Dann will er aus der Beengung der Nähe ausbrechen. Das hat zur Folge, dass es innerhalb der Beziehung nie ein tiefes Vertrauen geben kann. Die Beziehung wird niemals wirklich bestehen, sondern die Bindungsängste beider Personen verhindern trotz intensiver Gefühle zueinander eine tiefere Bindung.
Um in der Zukunft On-Off-Beziehungen zu verhindern, müssten sich beide Partner ihren Ängsten stellen, um sie abstellen zu können. Dann hätten auch sie die Möglichkeit, eine erfüllte Partnerschaft zu führen, bei welcher es möglich ist, sich vertrauensvoll fallen zu lassen und sich voll und ganz auf den anderen zu verlassen.
Es gibt keine Garantie für eine glückliche und erfüllte Beziehung. Schwierigkeiten innerhalb einer Partnerschaft können jeden treffen. Dennoch lohnt es sich, der Liebe eine Chance zu geben und das Risiko einzugehen, verletzt oder verlassen zu werden. Das gilt auch für bindungsängstliche Personen. Nur wenn sie sich auf die Liebe einlassen und einem anderen Menschen eine Chance geben, können sie positive Erlebnisse sammeln. Diese sind so wichtig, um Bindungsangst zu überwinden.
Folgende Tipps und Hinweise können dir helfen, deine Bindungsangst zu überwinden, um der Liebe in deinem Leben eine Chance geben zu können:
Wer sich dauerhaft binden möchte, sollte nicht versuchen, sich zu verbiegen. Nur wer sich selbst in der Beziehung wohlfühlt und sich ausleben darf, wird glücklich werden können. Dazu ist es manchmal jedoch erforderlich, sich mit schwierigen Fragen auseinanderzusetzen. Man muss sich darüber bewusst werden, dass es Bindungsängste sind, die eine glückliche und solide Beziehung verhindern. Doch das alleine sollte kein Grund dafür sein, an einer unglücklichen Beziehung festzuhalten.
Auch Menschen mit Bindungsängsten sollten bereit dazu sein, sich aus unglücklichen Beziehungen zu lösen, um ihr Glück in einer neuen Liebe finden zu können.
Typische Symptome sind das Meiden von Nähe, das Beenden von Beziehungen, sobald sie ernster werden, und körperliche Reaktionen wie Herzrasen oder Anspannung.
Ja, Bindungsangst lässt sich mit Geduld, Selbstreflexion und ggf. therapeutischer Unterstützung überwinden.
Bindungsangst ist die Angst vor zu viel Nähe, Verlustangst ist die Angst, verlassen zu werden. Häufig treten beide Ängste gemeinsam auf.
Bindungsangst ist kein Schicksal, dem du ausgeliefert bist. Du kannst lernen, Vertrauen aufzubauen und erfüllte Beziehungen zu führen – Schritt für Schritt. Wenn du das Gefühl hast, festzustecken, sprich darüber oder suche dir Unterstützung. Du bist es wert, Liebe zu erleben!
Die Berater:innen von viversum können dir die Anzeichen und Gründe für eine eventuelle Bindungsangst bewusst machen. Als erfahrene Experten in Beziehungsfragen können sie bei jeglicher Form von Bindungsangst deine Fragen beantworten und dich auf deinem Weg zu mehr Vertrauen und Liebe begleiten.
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