Du hast den Schlüssel vergessen, drehst genervt noch mal um und verpasst prompt deine Bahn. In der nächsten sitzt eine alte Freundin, die du seit Jahren nicht gesehen hast. Und sie erzählt dir ganz nebenbei von genau der Stelle, nach der du gerade suchst. Zufall? Vielleicht. Viele Menschen haben in solchen Momenten aber ein anderes Gefühl: Da hat jemand ein bisschen nachgeholfen.
Ob du sie Engel nennst, gute Mächte oder einfach Glück: Hier erfährst du, was es mit deinem Schutzengel auf sich hat, wofür die Erzengel stehen und wie du dich jeden Tag der Woche mit einem von ihnen verbinden kannst.
Das Wort Engel stammt vom griechischen angelos und bedeutet Bote. Und genau so verstehen viele sie bis heute: als Vermittler zwischen unserer Alltagswelt und einer Kraft, die größer ist als wir. Wesen, die uns beschützen und begleiten, kennen Menschen in vielen Kulturen und seit Jahrtausenden.
In der modernen Spiritualität geht es dabei weniger um Flügel und Heiligenschein. Engel gelten eher als liebevolle Energien, die dich umgeben, ob du an sie denkst oder nicht. Du spürst sie vielleicht als plötzliche Ruhe in einem stressigen Moment, als Bauchgefühl, das dich warnt, oder als Idee, die wie aus dem Nichts kommt. Du musst nicht religiös sein, um dich mit ihnen zu verbinden. Es reicht die Offenheit für den Gedanken, dass du auf deinem Weg nicht allein bist.
Von allen Engeln ist er dir am nächsten. Der Vorstellung nach begleitet dich dein Schutzengel vom ersten Atemzug an, ganz persönlich und ein Leben lang. Er nimmt dir deine Entscheidungen nicht ab und bewahrt dich nicht vor jeder Pfütze. Aber dein Schutzengel ist da, wenn es darauf ankommt, und schenkt dir das Vertrauen, dass du nicht allein durch schwierige Phasen gehen musst. Wie nah du deinen Schutzengel spürst, hängt auch von dir ab. Denn viele glauben: Engel mischen sich nicht ungefragt ein. Sie warten darauf, dass du sie in dein Leben einlädst.
Manche geben ihrem Schutzengel sogar einen Namen. Es muss kein besonderer sein, nur einer, der sich für dich vertraut anfühlt.
Während dein Schutzengel ganz für dich da ist, stehen die Erzengel für große Lebensthemen. Die Vorsilbe Erz kommt vom griechischen archi und heißt so viel wie oberster oder erster. Das zeigt schon die Wichtigkeit der Erzengel. Jeder Erzengel hat dabei seinen eigenen Schwerpunkt: Der eine schenkt Mut, der andere Gelassenheit, ein dritter hilft dir, auf deine Intuition zu hören.
Wie viele Erzengel es gibt, darüber sind sich die Überlieferungen nicht einig. Am bekanntesten sind Michael, Gabriel und Raphael. Für deinen Alltag musst du dir aber keine Namen und Rangordnungen merken. Ein schöner Weg, sie kennenzulernen, ist eine alte spirituelle Tradition: Jedem Tag der Woche ist ein Erzengel zugeordnet.
Jeder Wochentag steht unter dem Einfluss eines Planeten, und das steckt oft schon im Namen: Sonntag gehört der Sonne, Montag dem Mond, und im französischen vendredi versteckt sich die Venus. Nach einer verbreiteten spirituellen Zuordnung wacht über jeden dieser Tage auch ein Erzengel. Wenn du morgens weißt, wer dich begleitet, kannst du seine Energie ganz bewusst in deinen Tag holen.
Der Montag gehört dem Mond, und Gabriel teilt seine Themen: Gefühl, Intuition und Kreativität. Er gilt als Bote, der neue Ideen bringt. Genau richtig für einen Tag, an dem vieles erst in Gang kommen muss.
Dein Montag: Schreib vor dem ersten Blick ins Postfach fünf Minuten auf, was dir gerade durch den Kopf geht. Oft taucht dabei schon die Idee auf, mit der die Woche leichter läuft.
Mars ist der Planet des Dienstags, und Chamuel bringt seine Kraft in eine sanfte Form. Er steht für Mut und ein gesundes Selbstbewusstsein, ohne dass du dafür laut werden musst.
Dein Dienstag: Nimm dir die eine Sache vor, um die du schon länger einen Bogen machst. Das Telefonat, die Rückfrage, das klare Nein. Danach fühlt sich der Rest des Tages spürbar leichter an.
Zur Wochenmitte ist der Akku oft schon halb leer. Raphael ist der Engel der Heilung und des Wohlgefühls, und er erinnert dich daran, gut für dich zu sorgen, bevor du ganz erschöpft bist.
Dein Mittwoch: Mach deine Mittagspause zu einer echten Pause, mit ein paar Minuten an der frischen Luft und ohne Handy. Leg dabei kurz die Hand aufs Herz und atme dreimal tief durch.
Der Donnerstag gehört Jupiter, dem Planeten des Wachstums. Zadkiel steht für Weisheit und Erfolg, und er hilft dir, mit Abstand auf das zu schauen, was du schon geschafft hast.
Dein Donnerstag: Notiere abends drei Dinge, die in dieser Woche gut gelaufen sind, auch wenn sie dir klein vorkommen. So merkst du, wie viel du bewegst, und gehst mit Rückenwind in den Endspurt.
Venus regiert den Freitag, und mit ihr Haniel, der Engel der Liebe und der Freude. Er öffnet dein Herz für schöne Begegnungen, mit anderen und mit dir selbst.
Dein Freitag: Schenk heute ganz bewusst Liebe weiter. Ein ehrliches Kompliment an die Kollegin, eine Nachricht an jemanden, den du vermisst, oder ein Abend, der für deinen Herzensmenschen reserviert ist oder an dem du dir bewusst Gutes tust.
Saturn ist der Planet des Samstags, und Cassiel holt ihn in deinen Alltag: Dieser Erzengel steht für Geduld, Harmonie und Gelassenheit. Er lädt dich ein, das Tempo der Woche hinter dir zu lassen.
Dein Samstag: Plan eine Stunde ein, in der du einfach mal nichts machst. Kein Einkauf, keine To-do-Liste. Schau einfach, wonach dir gerade ist.
Der Sonntag gehört der Sonne, und Michael – der wohl bekannteste aller Erzengel – ist ihr symbolischer Engel. Er steht für Kraft, Schutz und das Gefühl, sicher getragen zu sein.
Dein Sonntag: Wenn abends die Gedanken schon zum Montag wandern, schließ kurz die Augen. Stell dir vor, wie dich ein warmes, goldenes Licht umhüllt. Mit diesem Gefühl von Schutz startest du gestärkt in die neue Woche.
Kaum ein Name klingt so düster, dabei bedeutet er genau das Gegenteil. Luzifer ist lateinisch und heißt Lichtbringer. Die alten Römer nannten so den Morgenstern, also die Venus, die kurz vor Sonnenaufgang besonders hell am Himmel leuchtet.
Der Legende nach war Luzifer einst der strahlendste aller Engel. Doch er wollte mehr sein, als ihm bestimmt war, und stürzte deshalb aus dem Licht. Erst so wurde aus dem Lichtbringer die dunkle Gestalt, die wir heute mit seinem Namen verbinden.
Vielleicht fasziniert seine Geschichte gerade deshalb so viele Menschen. Sie zeigt, dass Licht und Schatten nah beieinanderliegen, auch in uns selbst. Und genau dazu kann dir Luzifer einen kleinen Schubs geben: Schau auch auf deine Schattenseiten, also auf das, was du an dir lieber versteckst. Die Ungeduld, wenn etwas nicht schnell genug geht. Die Eifersucht, die dich selbst überrascht. Wer seine Schatten kennt, lässt sich weniger leicht von ihnen überrollen.
Vergiss darüber aber nie dein Licht. Schreib dir zu jeder Schattenseite eine Stärke auf, die du genauso in dir trägst: Neben der Ungeduld steht vielleicht deine Tatkraft, neben der Eifersucht deine Fähigkeit, tief zu lieben. Licht und Schatten bedingen einander und Luzifer ist dafür ein schönes Beispiel.
Du musst keine Gestalt im Licht sehen, um die Nähe der Engel, besonders deines Schutzengels zu spüren. Oft zeigt er sich in ganz gewöhnlichen Momenten: in einem Gespräch, das genau zur richtigen Zeit kommt, oder in einem Gefühl von Ruhe, das du dir selbst nicht ganz erklären kannst. Ob du ihnen einen Namen gibst, ihnen einen Wochentag widmest oder einfach Danke sagst, liegt ganz bei dir. Und wenn du das nächste Mal noch mal umkehren musst, weil der Schlüssel fehlt, ärgerst du dich vielleicht ein kleines bisschen weniger. Wer weiß, wen du dafür in der nächsten Bahn triffst.
Abonniere uns, um keine Vorhersagen zu verpassen!
Exklusive Angebote, Gewinnspiele, Rabatte...
Kontaktiere unser Team Mo-So von 8 bis 22 Uhr