Das Jahr hat noch ein paar warme Tage übrig, doch morgens liegt schon Kühle in der Luft und abends wird es merklich früher dunkel. Mit der Herbst-Tagundnachtgleiche am 23. September 2026 beginnt eine besondere Zeit: Tag und Nacht halten sich für einen kurzen Moment die Waage, bevor die dunkle Hälfte des Jahres wieder mehr Raum bekommt.
Mabon, das Fest zur Herbst-Tagundnachtgleiche, greift genau diese Stimmung auf. Es geht um die Frage, was in unserem eigenen Leben gerade im Gleichgewicht ist. Ein guter Moment also, um einmal innezuhalten und die eigene innere Waage zu betrachten.
Mabon wird zur Herbst-Tagundnachtgleiche gefeiert. Sie fällt meist auf den 23. September, kann je nach Jahr aber auch am 22. oder 24. September stattfinden.
Die Tagundnachtgleiche bezeichnet den astronomischen Zeitpunkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator überquert und Tag und Nacht für einen kurzen Moment exakt gleich lang sind – bevor die Nächte wieder länger werden. Astrologisch erreicht die Sonne dabei den Beginn des Zeichens Waage. Weil dieser Zeitpunkt nicht jedes Jahr auf dieselbe Uhrzeit fällt, kann auch das Datum variieren.
Das Fest markiert den Übergang vom hellen in den dunkleren Teil des Jahres. Gefeiert wird die Ernte – und damit all das, was die Natur über die vergangenen Monate hervorgebracht und uns geschenkt hat. Darin steckt auch die Idee der Dankbarkeit: innezuhalten und bewusst wahrzunehmen, was gewachsen ist und wovon wir in den kommenden Monaten zehren können. Gleichzeitig geht es um Ausgleich und die Frage, was wir mitnehmen und was wir loslassen möchten.
Die Waage steht astrologisch für Balance, Beziehungen und die Fähigkeit, einen Ausgleich zu schaffen. Damit bekommt die Herbst-Tagundnachtgleiche auch eine persönliche Ebene.
Was hast du in diesem Jahr bisher erlebt? Was ist gewachsen, worauf bist du stolz und was hat sich ganz anders entwickelt als gedacht?
Im Alltag schauen wir oft schon wieder auf das, was als Nächstes ansteht. Mabon lädt dazu ein, den Blick noch einmal zurückzulenken. Nicht, um das Jahr in Erfolge und Misserfolge einzuteilen. Sondern um wahrzunehmen, was diese Monate dir gebracht haben. Vielleicht gab es eine Begegnung, die etwas in dir angestoßen hat. Eine Entscheidung, die längst überfällig war. Oder einen kleinen Schritt, der von außen kaum auffällt, für dich aber eine Menge bedeutet.
Das ist deine ganz persönliche Ernte. Und die darfst du ruhig einmal würdigen. Denn Dankbarkeit verändert den Blick. Wenn wir bewusst wahrnehmen, was bereits da ist, entsteht oft ein anderes Gefühl von Fülle – auch dann, wenn längst nicht alles nach Plan gelaufen ist.
Mit dem Herbst verändert sich die Natur. Die Bäume halten nicht krampfhaft an jedem Blatt fest. Sie lassen los, was seine Zeit gehabt hat. Auch für uns kann dieser Wechsel ein guter Anlass sein, genauer hinzuschauen:
Du musst nicht gleich dein ganzes Leben umkrempeln. Manchmal reicht eine kleine Korrektur. Ein Nein, das längst fällig war. Mehr Zeit für etwas, das dir wichtig ist. Oder die Entscheidung, einen alten Gedanken nicht noch einmal durchzukauen. Loslassen bedeutet schließlich nicht, dass etwas wertlos geworden ist. Manches hat einfach seine Aufgabe erfüllt. Auch das gehört zum natürlichen Rhythmus aus Werden und Vergehen.
Astrologisch beginnt mit der Herbst-Tagundnachtgleiche die Zeit der Waage. Ihr Thema: Beziehungen, Ausgleich und die Frage, wie wir unsere eigenen Bedürfnisse mit denen anderer in Einklang bringen. Das passt erstaunlich gut zu diesem Übergang im Jahreslauf. Denn Balance bedeutet nicht, dass immer alles exakt gleich verteilt sein muss. Es geht vielmehr darum, immer wieder zu spüren, wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät – und nachzujustieren.
Vielleicht ist deine innere Waage gerade deutlich zur Arbeit gekippt. Oder du kümmerst dich so viel um andere, dass für dich selbst kaum noch Zeit übrigbleibt. Vielleicht hältst du an einem Plan fest, obwohl längst etwas in dir nach einer anderen Richtung ruft. Die Tagundnachtgleiche kann ein kleiner Wendepunkt sein: Was braucht gerade mehr Gewicht in deinem Leben? Und was darf ein wenig leichter werden?
Es gibt Zeiten, in denen die Arbeit mehr Raum braucht, und andere, in denen Familie, Freundschaften oder du selbst an erster Stelle stehen. Balance ist deshalb kein Zustand, den wir einmal erreichen und dann abhaken. Die spannendere Frage lautet: Fühlt sich dein Leben gerade stimmig an? Wenn du bei dieser Frage ins Grübeln kommst, probiere es mit einem kleinen Mabon-Check:
Du kannst deine Antworten aufschreiben, einen langen Spaziergang machen oder sie bei einer Tasse Tee einfach einmal im Kopf durchgehen. Hauptsache, du gibst diesen Gedanken ein bisschen Raum.
Für die Kelten waren Feste keine stillen Termine im Kalender. Sie wurden gemeinsam gefeiert, mit Essen, Feuer und Musik. Genau diese Idee kannst du ganz unkompliziert für dich übernehmen. Lade Menschen ein, die dir guttun, stell Kerzen auf, mach deine Lieblingsmusik an und bring etwas Leckeres auf den Tisch. Bei schönem Wetter darf das Fest natürlich nach draußen wandern. Ein Balkon mit Lichtern reicht dafür genauso wie ein Garten oder ein Platz im Park.
Und wenn dir eher nach Ruhe ist, ist auch das völlig in Ordnung. Ein Bad, ein gutes Buch, Meditation oder Yoga können dabei helfen, vom Sommermodus langsam in die ruhigere Jahreszeit zu wechseln. Vielleicht möchtest du dabei ein kleines persönliches Ritual daraus machen: Zünde eine Kerze an, denke an das, was du in diesem Jahr bereits geerntet hast, und formuliere eine Intention für die kommende Zeit.
Denn genau darum kann Mabon auch für uns heute ein schöner Moment sein: nicht einfach weitermachen, nur weil der Kalender das nächste Kapitel aufschlägt. Sondern kurz stehen bleiben, die eigene Ernte betrachten und die innere Waage neu ausrichten. Was darf bleiben? Was darf gehen? Und was möchtest du jetzt wachsen lassen?
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